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by Johann N. Schmidt (Author)
Aristoteles untersucht in den ersten Analytiken, wann aus zwei Satzen Syllogismos entsteht. Avicenna verfasste ein Lehrgedicht, in dem die Logik des Aristoteles als Teil des Organon in Merkdistichen vollstandig behandelt wird. Dieser didaktische Ansatz wird auch in den mittelalterlichen Lehrwerken von William von Sherwood und Petrus Hispanus mit einem bekannten Lehrgedicht verfolgt. Dass die griechische Fassung dieser Lehrwerke nicht, wie Ehinger und im Anschluss Prantl meinten, auf eine von Michael Psellos stammende Vorlage zuruckgeht, sondern vielmehr eine spatere Ubersetzung der lateinischen Werke ist, durfte inzwischen kaum mehr bestritten werden. Die vielzitierte Fassung des lateinischen Lehrgedichts, die mit vier statt drei Figuren arbeitet, ist vermutlich erst in der spateren Neuzeit entstanden. In mathematisch-logischen Arbeiten des 20. Jahrhunderts wird die Methode des Aristoteles schliesslich ganz verworfen, insbesondere, weil der Existentielle Import bei ihr eine wesentliche Rolle spielt. Diese Arbeit untersucht die Geschichte der aristotelischen Praxis bei arabischen Denkern (Ibn As-Salah, Avicenna), den Lehrwerken des lateinischen Mittelalters und modernen Untersuchungen, die durch den Ubergang vom Syllogismus zum Antilogismus schliesslich eine Integration der modernen Logik und der historischen Methode herstellen (Bochenski, Lukasiewicz, Ladd-Franklin, Russinoff, Lorenzen, Menne). Ausgewahlte Passagen bei Aristoteles und Avicenna werden ubersetzt und kommentiert.