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by Melanie Ruff (Author)
Im Ersten Weltkrieg kam es durch den Einsatz neuer Geschosse und das Kampfen in Schutzengraben zu unerwartet vielen Kopfschussverletzungen, auf die das Sanitatswesen nicht vorbereitet war. Dabei wirkten neben den Schmerzen, den Beschwerden beim Kauen und dem Unvermogen zu sprechen die Entstellungen im Gesicht besonders demoralisierend und auch oftmals traumatisierend auf die Soldaten.
Melanie Ruff stellt im ersten Teil der Arbeit die Handlungsraume der betroffenen Personen in den Vordergrund. Anhand eines breit gefacherten Quellenkorpus - Patientenakten, Selbstzeugnisse, Nachlasse von Arzten, medizinische Fachliteratur und Fotografien - rekonstruiert sie das medizinische Wissen der Zeit, die Intentionen der Akteure, den Diskurs uber die entstellten Gesichter, den Alltag in den Lazaretten, die Selbstbilder der Patienten wahrend der Behandlung sowie die neu zu erlernenden Korperpraktiken: Sprechen, Mimik, Essen und Korperpflege. Von den konkreten Umgangsweisen Betroffener mit ihrer neuen Situation und den daraus folgenden Lebensentwurfen handelt der zweite Abschnitt. Die Manner suchten sehr individuelle Wege, mit den ihnen zugefugten Verletzungen und ihren Konsequenzen umzugehen. Dadurch ergibt sich ein erstaunlich heterogenes Bild uber die langerfristigen Folgen der Verletzungen im Gesicht.Author Biography
Melanie Ruff, Historikerin, Promotion 2014 am Institutes fur Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart zum Thema "Gesichtsrekonstruktionen wahrend des Ersten Weltkrieges in Zentraleuropa. Handlungsspielraume und Lebensentwurfe von Kieferschussverletzten". Zuvor Studium der Geschichte in Wien und Berlin. Abschluss 2007 zu dem Thema Tilla Durieux. Selbstbilder und Images der Schauspielerin. Zuletzt kuratierte sie die Ausstellung "If she can to it, so can I" Frauen im Skatesport, Wien 2014, sowie "Gesichter des Krieges" im Zahnmuseum Wien.