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by Christian Lieber (Author)
Die Reduktion von schadlichen Stickoxiden stellt heutzutage ein zentrales Entwicklungsziel fur zahlreiche motorische Anwendungen dar. Um die Einhaltung aktueller und zukunftiger Abgasnormen zu gewahrleisten, hat sich die selektive katalytische Reduktion (SCR) etabliert. Das Reduktionsmittel Ammoniak wird in der Regel durch die Einspritzung einer Harnstoff-Wasser-Losung (HWL) in die heissen Abgase erzeugt. Modelle und Simulationen zur zuverlassigen Vorhersage der Sprayverdunstung von HWL sind folglich wichtige Werkzeuge, um die Herausforderungen bei der Auslegung von SCR-Systemen zu bewaltigen. Allerdings ist das Verdunstungsverhalten von HWL nach heutigem Stand der Forschung weder vollstandig verstanden, noch liegen geeignete Validierungsdaten zur Beurteilung der relevanten Modelle vor. An diesem Punkt knupft die vorliegende Arbeit an. Es wird eine experimentelle Methodik entwickelt, die es ermoglicht, die Sprayverdunstung bei erhohten Druck- und Temperaturbedingungen von bis zu 6 bar und 600C zu untersuchen. Auf diese Weise kann die Einspritzung von HWL sowohl stromab als auch stromauf der Turbine eines Turboladers beurteilt werden. Die Weiterentwicklung einer optischen Messtechnik erlaubt die Charakterisierung von Tropfen mit einem Durchmesser von gerade einmal 4 m und einer Geschwindigkeit von bis zu 250 m/s. Die experimentellen Ergebnisse konnen als Datenbasis fur die Validierung numerischer Vorhersagen dienen und damit die Auslegung zukunftiger SCR-Systeme unterstutzen.