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by Maria Angelina Bollati (Author)
Die kosmische Harmonie ist ein uralter und faszinierender Begriff, dessen erste philosophische Darstellung in den Theorien der Pythagoreer zu finden ist. Den Planetenbewegungen eine Musik zu verleihen, mag fur den heutigen Betrachter wie ein poetisches Beiwerk aussehen, ein physikalisches Phanomen mit einer Hulle asthetischer Wahrnehmung zu verzieren. Hingegen verstand man vor der Moderne unter "kosmischer Harmonie" einen sehr komplexen Zusammenhang von Weltereignissen, der dem letzten Verstandnis des Kosmos dienen sollte. Die Elementenharmonie, die Planetenharmonie und die Zusammensetzung der Weltseele sind hierbei drei zentrale Elemente. Diese drei Bestandteile lassen sich in unterschiedlichen Wissensgebieten genauer analysieren: Mathematisch, was die Zahlenverhaltnisse angeht, musikalisch und physikalisch, was den Klang betrifft und theologisch sowie hermeneutisch bezuglich der in dieser "hochsten Musik" enthaltene Symbolik. Wie sind die Philosophen und Musikwissenschaftler der Fruhrenaissance mit diesem komplexen Ideengefuge umgegangen? Die Tiefe und Vielschichtigkeit der kosmischen Harmonie in der Zeitspanne 1434 bis 1525 darzustellen, ist Ziel dieser Monographie.